Je näher wir Kapstadt kommen, desto unruhiger wird das Meer. Gestern Morgen wurde eine Warnung herausgegeben und das entsprechende Protokoll aktiviert, um Vorkehrungen zu treffen – ab heute Abend erwarten wir Wellen von bis zu 5 Metern Höhe! Aktuell liegen die Wellen bei etwa 2 bis 2,5 Metern, und selbst das macht die Arbeit an Bord schon merklich anstrengender.

Um 10 Uhr begann dann pünktlich der nächste Drill, diesmal eine Übung für einen Wassereinbruch. Nachdem ich meine festgelegte Position eingenommen hatte, wurde ich zum Evakuierungspunkt beordert. Dort kam der Leiter der MES-Station (Marine Evacuation System) auf mich zu, drückte mir plötzlich ein Klemmbrett in die Hand und sagte nur: „Ich bin nicht da, du machst das jetzt.“ Und so war ich unverhofft für 96 Crew-Mitglieder verantwortlich! Zum Glück musste ich nur die Crew durchzählen, aber bei dem starken Wind auf dem Außendeck war das gar nicht so einfach – der Zettel wollte sich lieber dem Wind überlassen als mir. Am Ende lief jedoch alles reibungslos, und wir wurden erfolgreich aus dem Drill entlassen. Ich habe definitiv etwas dazugelernt! Beim nächsten Drill habe ich aber ohnehin eine andere Position – bisher war es jedes Mal eine neue Sicherheitsnummer und Aufgabe für mich. Langeweile kommt hier wirklich nicht auf.

Am Nachmittag stand dann in meiner Mittagspause noch der große Safety-Test an. Jetzt bin ich gespannt auf das Ergebnis, denn mit null Fehlern bekommt man als Bonus 1 GB gratis Datenvolumen. Einige knifflige Fragen waren dabei, also bleibt es spannend.

Den Abend habe ich ruhig in meiner Kabine verbracht, mir einen Film angeschaut und ausnahmsweise mal früh geschlafen, um Kraft zu tanken.

Heute begann der Tag erneut mit stärkeren Wellen. Mein Büro knarzt und knackt an allen Ecken, und wir haben bereits alles gesichert. Die Crew ist gespannt, was noch auf uns zukommt. Ich habe meinen Vorrat an Seekrankheitstabletten aufgefüllt, die das Crew-Büro gratis ausgibt – für alle Fälle.

4 Comments

  1. Hey Phillip,
    Es ist immer wieder schön von dir zu hören.
    Wir drücken dir beiden die Daumen, dass du die Wellen gut verträgst. Katja war schon beim Vorlesen schlecht.
    Wünschen wir ganz viel Spaß!
    Charly und Katja

  2. Dem kann ich mich nur anschließen, auch mir wurde schon beim Lesen etwas flau (liegt vielleicht am Namen 😉).
    Die Beiträge sind wirklich toll und es ist cool dich auf dieser Weise begleiten zu können.

    Liebe Grüße Katja

    1. Danke dir, es wurde auf jeden Fall sehr schaukelig auf dem Schiff, doch dazu gleich mehr in meinem nächsten Beitrag. Liebe Grüße aus dem Süden!

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